en Dead Pavane for a Princess (10/2013)

Textadventure ★★★★★☆☆☆☆☆   [?]
von Emily Boegheim
Publisher:keine

Der Spieler Maurice Ravel ist in seinem Arbeitszimmer gefangen und Zombie Claude Debussy naht. Es bleibt nicht viel Zeit, zu verschwinden. Beitrag zur Halloween-Ectocomp 2013, der den 5. von 25 Plätzen belegte.

Review von proc 12.11.2013

Plattform:Z-Code
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» Genres » Abenteuer » Flucht » Gefängnisflucht
» Genres » Horror » Zombies
» Themen » Musik
» Internationale Wettbewerbe & Projekte » Ectocomp » Ectocomp #7 (2013)

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Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

Der Spieler Maurice Ravel bibbert in seinem Arbeitszimmer dem Untergang entgegen: Die Schritte des Zombies Claude Debussy sind hinter der Tür schon vernehmbar und es bleibt nicht viel Zeit zur Flucht. Mit einigen Maßnahmen kann er ihm entkommen. Das Spiel entstand auf Anregung von Ryan Veeder, mit dem die Autorin den IF-Comp-Beitrag Robin & Orchid umgesetzt hat. Es ist für einen Ectocomp-Beitrag erstaunlich gut poliert und enthält einige Details über die beiden zerstrittenen Impressionisten, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts kennenlernten. Das trashige Zombie-Setting ist in einen sehr ungewöhnlichen musikgeschichtlichen Zusammenhang eingebettet und nimmt dazu Stellung: »There is nowhere to hide from his zombie one-mindedness.« Während Ravel den viel älteren Debussy bewunderte, beruhte die umgekehrte Beziehung auf schmerzhafter Ignoranz bis hin zum Bruch nach einigen Jahren, da Ravel sein Vorbild angeblich nur kopieren würde. Gewinnt der Debussy-Zombie, ist Ravel nicht physisch, sondern musikalisch tot: »You shall make no more music«. Und gewinnt Ravel, kann er dieser Plagiatvorwurfs-Situation vorerst auf einer »verlassenen Straße« entfliehen, während Debussy »sicher im Haus« weilt und »aussichtslos« weiter an Ravels Pianozimmertür hämmert. »But for how long?« Der Titel rekurriert auf das Klavierstück  Pavane pour une infante défunte ( anhören), das der junge Ravel vor seiner Bekanntschaft mit Debussy veröffentlichte und seiner Mäzenin Princesse Edmond de Polignac widmete (die heute bekannte Orchesterversion entstand nach dem Bruch). Aus dem spanischen Tanz für eine tote Prinzessin wurde mit Blick auf den »schnellen« Zombie-Plot der tote Tanz für eine Prinzessin, so soll jedenfalls Ravel selbst das zu schnell gespielte Stück  kritisiert haben. Von der trashigen Verarbeitung einer musikhistorischen Situation her hat mir diese Geschichte ziemlich gut gefallen und Lust auf weitere Geschichten dieser Art gemacht, die comicartige Settings mit historischen Charakterisierungen und Situationen verbinden.

Zuletzt geändert am 12.11.2013 11:20 Uhr.

Dead Pavane for a Princess
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