en Midnight. Swordfight. (10/2015)

Textadventure ★★★★★★★★☆☆   [?]
von Chandler Groover
Publisher:keine

In einem Duell mit negativem Ausgang muss sich der Narr etwas einfallen lassen, die Situation zum Besseren zu ändern. Beitrag zur IF-Comp 2015, der den dritten Platz belegte. Siegerbeitrag der Miss Congeniality Awards 2015.

Review von proc 29.11.2015

Inhalt/Feelies:Walkthrough
Plattform:Glulx
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Spoiler:
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» Genres » Surreal » Albtraum
» Schauplätze » Theater
» Themen » Taktik
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Review von proc 29.11.2015     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

Ein absurd anmutendes Spiel über ein Duell, das erst einmal nicht gewonnen werden kann: Der Spieler steht der Gräfin als Hofnarr gegenüber, der er zuvor versehentlich den Fehdehandschuh hingeworfen hatte. Er weiß, dass er nicht gewinnen kann und kommt daher mit jedem Turn um. Nun fällt damit aber immer ein Vorhang und der Spieler wird aufgefordert, sein »Playscript« im Inventar zu konsultieren. Ich bin vermutlich etwas zu blöd für diese Art von Spielen: Ich habe tatsächlich anderthalb Stunden gebraucht, um überhaupt ein mögliches Spielprinzip durch einen ersten Erfolg zu verifizieren. So fortgesetzt, taten sich durchaus weitere Welten auf, die vor allem wegen ihrer Absurdität abseits von Raum, Zeit und physikalischen Gesetzen nicht von Erfolg gekrönt waren, mir war das Spiel dann weit nach zwei Stunden einfach zu langweilig. Ich möchte nicht zu viel spoilern, zum Spielprinzip nur: Der Spieler kann sich durch mehr oder weniger festgefrorene Szenen (manchmal bewegen sich dann doch Figuren darin) zeitlich vor und nach diesem Duell bewegen und szenische Änderungen vornehmen, die dann zum Erfolg im Duell führen. Interessant schien vor allem das übergeordnete Generalsetting in einer Art von barockem Maskenball, in dem sämtliche Spielgewohnheiten außer Kraft gesetzt wurden: statt räumlich bewegt man sich überwiegend zeitlich, Personen verwischen bis zur Unkenntlichkeit wenn etwa die eigene kahlgeschorene Sekundantin einen Bart trägt und »Ferdinand« heißt, Gewohnheiten der political correctness werden punktuell mit Füßen getreten wenn der gegnerische Sekundant Hörner trägt, seinen Schwanz aus dem Batman-Kostüm raushängen lässt und in einer festgefrorenen Szene auch benutzt. Das ganze Spiel kommt mir formal wie inhaltlich als einziger Kopfstoß mit dem Spieler als Narren in einem Albtraum vor, aus dem es kein Erwachen gibt, wobei es technisch gut gemacht und auch überdurchschnittlich gut geschrieben ist. Das hat mir in der empfundenen Beliebigkeit dieser absurden Settings spielerisch nicht viel weitergeholfen, ich kann es dennoch als mal etwas andere IF-Erfahrung empfehlen.

Zuletzt geändert am 29.11.2015 10:10 Uhr.

Midnight. Swordfight.
Cover-Artwork
Midnight. Swordfight.
Glulx