en Slasher Swamp (10/2014)

Textadventure ★★★★☆☆☆☆☆☆   [?]
von Robot
Publisher:keine

Die Karre verreckt auf einem verlassenen Highway nach Miami, womit ein zorkisches Abenteuer im Slasher-Sumpf beginnt. Das TADS-Spiel ist leider nur als ausführbare Windows-Datei verfügbar, die den HTML TADS-Interpreter enthält.

38. von 42 Plätzen auf der 20. IF-Comp 2014.

Review von proc 03.10.2014

Plattformen:TADS 3, Windows
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» Genres » Fantasy » zorkisch
» Spieler-Charaktere » Abenteurer & Schatzjäger
» Internationale Wettbewerbe & Projekte » Interactive Fiction Competition » 20. IF-Comp 2014

Review von proc 03.10.2014     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

Tex Bonaventure feats Castle Adventure! Ein Setting in den Sümpfen Floridas wird mit Abenteurertum in einer zweidimensionalen Spielwelt verknüpft, die vor asymmetrischen Raumverknüpfungen, Mazes und unvorhergesehenen Toden nur so strotzt. Das wichtigstes Kommando wird in der README-Datei oder in der ABOUT-Hilfe verschwiegen: SAVE, denn die UNDO-Funktion ist deaktiviert. Spielziel ist das Erkunden selbst, der eingangs suggerierte Quest, die auf dem »verlassenen Highway« nach Miami am Kolbenfresser verreckte Karre wieder in Gang zu bekommen und dazu eine verlassene Tankstelle zu konsultieren, erweist sich ziemlich schnell als irreführend. Ebensoschnell wird klar, dass die Bewegung ohne Map in den (zumindest in zwei Stunden ergründeten) weit über 40 Räumen, Tick-Tack-Toe-artigen Swamp- und Forest-Mazes und einer Escher-Welt nicht weitergeht, wo man westlich gehend im Osten wieder herauskommt.

Dennoch strahlt das zorkische Spiel nicht wenig Faszination aus. Eine verschlossene Tür impliziert irgendwo einen Schlüssel, dunkle Räume eine tragbare Lichtquelle, die Tode deuten an, wie sie verhindert werden könnten. So macht man sich auf die Suche und nimmt alles mit, was einem in die Finger kommt. Seltsam präparierte Spielkarten, allerhand Werkzeug und viel Nekrophiles wie abgerissene Körperteile sind dabei und erweisen sich hier und da als nützlich, glücklicherweise hat der Autor auf eine Inventarbeschränkung verzichtet. Die Texte vermitteln neben einer Slasher-Horrorstimmung etwas persiflierenden Humor und das Spiel insgesamt wirkt in seinen wenigen notwendigen Kommandos gut umgesetzt. Auf einem so komplizierten Spielfeld ist es nach einiger Eingewöhnung sogar hilfreich zu wissen, dass beschriebenes Gezirpe oder stinkender Asphalt immer nur Beiwerk bleiben, auf eine tiefere Implementierung etwa mit SMELL oder LISTEN hat der Autor Gottseidank verzichtet.

Einmal auf den Dreh gekommen, jedes Laubblatt umdrehen zu müssen, macht das Spiel mit der wachsenden Map in der Hand und dem sich rasch vermehrenden Inventar dann richtig Spaß. In vielen Details wie Wandgemälde oder offenbar von jemandem im letzten Lebenshauch hingekritzelte Warnungen dringen Hinweise durch, wie es weitergehen könnte. Ab diesem schon rauschartigen Spielgewöhnungszustand wird ihnen nachgegangen - und tatsächlich finden sich dadurch immer wieder neue weiterführende Orte. In zwei Stunden durchzukommen scheint allerdings ein Ding der Unmöglichkeit, bis dahin hat mir das Spiel bis auf Marginalitäten ziemlich gut gefallen.

Die größte Marginalität ist dabei die sinnfreie Beschränkung eines offenen Spielformats auf Windows-Systeme: Das Windows-Spiel entpuppt sich als TADS-Interpreter mit integrierter Spieldatei. Letztere nicht zusätzlich anzubieten grenzt an Frechheit. Dennoch Daumen hoch für diese Oldschool-Spiel, man muss so etwas jedoch mögen.

Zuletzt geändert am 03.10.2014 19:15 Uhr.

Slasher Swamp
Cover-Artwork
Slasher Swamp
TADS 2 (Windows-Exe)