en the uncle who works for nintendo (10/2014)

Multiple Choice-Textadventure ★★★★★★★☆☆☆   [?]
von Michael Lutz
Publisher:keine

Die 11jährige Spielerfigur nimmt an einer Pyjama-Party teil, auf der ab Mitternacht seltsame Dinge passieren. Gut gemachter Twine-Horror wie schon bei My Father's Long, Long Legs mit Soundeffekten, jedoch um stimmungsvoll gezeichnete Hintergrund-Grafiken bereichert.

Review von Mikawa 20.10.2014

Plattformen:Twine, Online
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» Genres » Horror » Spukgebäude
» Spieler-Charaktere » Kinder & Babys
» Schauplätze » Wohnhaus

Review von Mikawa 20.10.2014     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

"the uncle who works for nintendo" von Michael Lutz.

So muss ein Twine-Spiel im Jahr 2014 aussehen: Stimmungsvolle Hintergrundgrafiken (die zwar einfach gehalten sind, aber durch die düster-grelle Farbgebung zu überzeugen wissen) und Soundeffekte tragen wesentlich zur Atmosphäre des Spiels bei. Das Layout ist durchwegs gelungen, läuft jedoch an einigen der Enden „aus dem Ruder“ und wirkt etwas konzeptlos. Wobei dies zweifelsohne beabsichtigt ist.

Statt des traditionellen Spielbuchansatzes verwendet der Autor mehrere "Orte", die immer wieder besucht werden können und dem Leser verschiedene Optionen bieten. Ob man eine bestimmte Aktion durchführen kann, hängt von der Zeit (genial gemacht: die Standuhr, die immer zur vollen Stunde schlägt und deren Geräusch man nicht mehr aus dem Kopf bekommt) und vom dem „Wissen“ des Protagonisten, das sich durch geschickte Kommunikation und durch „Nachdenken“ erweitert.

Im ersten Durchlauf habe ich das Gefühl, ich kann den Verlauf der Geschichte nicht beeinflussen, denn oft beschränken sich die Optionen auf zwei bis drei Stichworte, die scheinbar zum selben Ergebnis führen. Weit gefehlt: nach dem ersten Durchspielen hat man eines der Enden „ge-unlockt“ und erhält nun beim Klick auf die weiteren Enden Hinweise, wie diese erspielt werden können. Positiv fällt hier auf, dass der Autor dem Leser entgegenkommt und ihm die Möglichkeit gibt, in die Geschichte erst um 19:00 Uhr einzusteigen, um sich die Texte vorher zu sparen.

Das letzte Ende ist sehr schwierig zu erreichen, ich habe ein gutes Dutzend Anläufe gebraucht. Bei dem Hinweis, man solle einen Ort aufsuchen, an dem man nicht sein darf, dachte ich zunächst an den Keller oder den Dachboden, dabei ist ein Raum gemeint, den ich bereits besucht habe. Im Nachhinein betrachtet dann doch logisch, denn ein weiterer Hinweis ist im vorletzten Ende versteckt.

Kritikpunkte gibt es wenig und doch ist ein Hauptmanko, dass sich der Horror durch die vielen Anläufe abnutzt. Das Ende wirkt auf mich dann fast zu technisch und zu nüchtern und ich habe das Gefühl, dass die Geschichte beim ersten Durchspielen viel plastischer und geheimnisvoller war. Dafür tröstet mich aber, dass ich meiner Freundin/meinem Freund doch noch helfen konnte.

Unterm Strich bleibt eine fantastische Spielerfahrung, die beispielhaft zeigt, wie man den Leser durch eine lineare Geschichte führt, ohne dass er das Gefühl hat, eingeschränkt zu sein. Eine reife Leistung, zumal ja die Interaktionsmöglichkeiten beschränkt sind. Unbedingte Spielempfehlung!

Zuletzt geändert am 20.10.2014 09:07 Uhr.

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