en Tower (10/2014)

Textadventure ★★★★★☆☆☆☆☆   [?]
von Simon Deimel
Publisher:keine

Der Spieler steckt in einem surrealen Turm fest und muss durch eine Vielzahl von verschlossenen Türen und kreativ versteckten Schlüsseln einen Weg hinaus finden. Wilder Rätseltrip als Beitrag zur 20. IF-Comp 2014, der den 21. von 42 Plätzen belegte.

Review von proc 22.10.2014

Inhalt/Feelies:Walkthrough
Plattform:Z-Code
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» Genres » Abenteuer » Flucht » Gefängnisflucht
» Genres » Surreal
» Internationale Wettbewerbe & Projekte » Interactive Fiction Competition » 20. IF-Comp 2014

Review von proc 22.10.2014     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

In diesem altbackenen Puzzle-Trip muss der Spieler, der nicht weiß wer oder wo er ist, durch vielerlei verschlossene Türen mit kreativ versteckten Schlüsseln und anderen Öffnungsmechanismen aus einem Turm herausfinden. Es ist neben dem ähnlich gelagerten Gefängnisfluchtspiel Enigma der zweite Comp-Beitrag des Autors, der vor fast genau einem Jahr mit einem Quest-Debüt Everyman die IF-Bühne betrat und seitdem über die Comp hinaus unglaublich produktiv fünf kleinere Spiele veröffentlichte.

Das Spiel zeigt ein beachtliches Aktionsspektrum und wartet mit einem interessanten Hintsystem auf, das ich so noch nicht gesehen habe: Neben kontextsensitiven Hints für Einsteiger gibt es ein optionales »guiding device«, das Räume kennzeichnet, in denen weitere Aktivitäten notwendig sind, sowie weitergehende Hinweise über die Objekte im Inventar. Sie verhindern jedoch nicht die Verzweiflung an manchen Rätseln, in denen beispielsweise Schlüssel an entfernten Orten gedreht werden müssen um Türen ganz woanders zu öffen oder drei bestimmte von sechs Bildern in der richtigen Reihenfolge an drei Haken gehören um weiterzukommen. Daran bin ich schier verzweifelt: Die Bilder lassen sich zwar bis in malerische Details hinein ergründen, eine Logik des Aufhängens ist mir darin aber nicht aufgefallen so dass ich sie durchpermutieren musste. Wenn ich kombinatorisch richtig gerechnet habe, müsste es da »nur« 120 Möglichkeiten geben, nach der 15. hätte ich aufgegeben wenn es dann nicht zufällig geklappt hätte. Solche Rätsel können die Spielmotivation in den Keller treiben.

Dann spukt noch eine Figur im Turm herum, die hier und da eine Notiz hinterlässt, ich konnte in zwei Stunden aber nicht direkt auf sie treffen weil ich nicht durchkam. Ich halte das bei der Wildheit mancher Rätsel auch nicht wirklich für möglich, immerhin kam ich einmal nach draußen und konnte quasi die Landschaft ähnlich sehen wie auf den zuvor aufgehängten Bildern. Dass ich mich da schon im Finale fühlte, erwies sich aber als Irrtum. Ein erzählerisch sinnfreies Spiel für Rätselfanatiker, wobei ich manchen Rätseln eine stärkere Einbindung in einen Rest von erzählerischer Logik wünschen würde so dass sie ohne exzessives Herumprobieren lösbar werden. Das Spiel ist aber rein technisch sehr gut gemacht und beschreibt sich selbst als programmiertechnische Fingerübung, was man ihm anmerkt.

Zuletzt geändert am 22.10.2014 16:29 Uhr.

Tower
Cover-Artwork
Tower
Z-Code (Intro)