en Unform (10/2014)

Multiple Choice-Textadventure ★★★★★☆☆☆☆☆   [?]
von S. Elize Morgan
Publisher:keine

Der Spieler wacht in einem Gefängnis auf und versucht dieser kafkesken Zukunftswelt zu entkommen. Dystopischer Beitrag zur 20. IF-Comp 2014, der den 24. von 42 Plätzen belegte.

Review von proc 26.10.2014

Inhalt/Feelies:Walkthrough
Plattformen:Twine, Online
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» Genres » Surreal » Albtraum
» Genres » Science Fiction » Endzeit
» Spieler-Charaktere » Häftling & Verbrecher
» Internationale Wettbewerbe & Projekte » Interactive Fiction Competition » 20. IF-Comp 2014

Review von proc 26.10.2014     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

Der Spieler wird als anonymer »Prisoner 11012« gefangengehalten und weiß nicht, wer und wo er ist. Was nach Amnesia-Standardstory klingt, entpuppt sich jedoch als Rehabilitierungsmaßnahme einer dystopischen Republik, die Menschen mit Drogen und Gehirnwäsche in Gefängnissen gefügig macht oder, wie zum Ende hin angedeutet wird, ruhigstellt. Durch das Dauerdelirium schimmern immer wieder Erzählfetzen und Erinnerungen möglicherweise aus der erzählten Realität, die etwa von einer Geschichte des verlorenen Widerstandes sprechen oder den Spieler als ehemaligen Chefpsychiater dieser Anstalt outen, der seit zwei Jahrzehnten darin einsitzt. Zum Ende hin treffen sich »1984« und »Terminator«, indem die Republik aus Maschinen besteht, die uns Menschen stalinistisch unterdrücken. Die Maschinen stammen jedoch nicht aus Menschenhand, sondern aus der deus ex machina irgendwelcher Aliens. Oder ist das alles nur halluziniert? Die Story geht leider in surrealen Schilderungen und entsprechend unverständlichen »Spielerentscheidungen« unter, die vom Spielprinzip her um vier verhörartige Delirien meist mit märchenhaften Elementen herumkreisen. Eines davon war recht interessant, indem es um eine Art Laborexperiment mit dem Spieler als Ratte geht, ansonsten fehlt die inhaltliche Verknüpfung mit einem möglichen roten Faden. Vereinzelt flackern Richtlinien zur besten Verhaltensweise auf, die bei den ausschließlich surrealen Argumentationen aber genausogut das Gegenteil bewirken könnten und daher nicht wirklich hilfreich sind. Auf der allerletzten Bildschirmseite am Ende des Einstünders wird »die wahre« Geschichte angedeutet, die eine völlig andere ist und womit ich mich nach so viel traumartiger Surrealität ohnehin schwertue. Netter Story-Ansatz, der sich für mich letztlich in den vielen Halluzinationen auflöst, zuviel in sich kreist (bisweilen bis zurück zum Start), dadurch einen roten Faden verwässert und zu viel von seiner Spannung verliert.

Zuletzt geändert am 26.10.2014 14:49 Uhr.

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