en Fish Bowl (09/2012)

Textadventure ★★★★★★☆☆☆☆   [?]
von Ethan Rupp und Joshua Rupp
Publisher:keine

Die Birne dröhnt noch und gerade in der Strandhütte erwacht steht da ein leeres Fischglas auf der Kommode. Da stimmt etwas nicht, Larry Wyndham.

Dieser Horror-Debütbeitrag erreichte auf der IF-Comp 2012 den 12. von 28 Plätzen.

Review von proc 04.10.2012

Plattform:Z-Code
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» Genres » Horror
» Internationale Wettbewerbe & Projekte » Interactive Fiction Competition » 18. IF-Comp 2012

Review von proc 04.10.2012     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

»Du bist Herr deines eigenen Schicksals, Larry Wyndham. Ein neuer Tag, ein neuer Dollar, Larry Wyndham.« Am Spiel mit dieser Intro fällt vor allem die Diskrepanz zwischen der schlechten Implementierung und den recht guten Lyrics auf. Man sollte nicht zu schnell geneigt sein, es als ungetestetes und mäßig implementiertes Debütwerk abzutun.

Hier beginnen DICKE den Spaß verderbende SPOILER auf eigene Gefahr!

Von vorn: Der einsame Strandgutsammler Larry Wyndham wacht in seiner einsamen Hütte an diesem einsamen Ort aus seinem Vollrausch auf und entdeckt ein leeres Fischglas auf seiner Kommode, der ein Bein fehlt. Seine Gedanken kreisen vorerst wenig nachvollziehbar um diese gläserne Schüssel. Es wirkt im Spielverlauf recht mühevoll, den Vorstellungen des Autors zu entsprechen und tote Katzen zu begraben, Flaschenpost nachzusetzen oder tote Fische aufzusammeln. Man könnte schon früh geneigt sein, das Spiel als motivationslos abzutun und nicht weiter zu beachten. Nachsitzen, »No Rating«!

Allerdings fällt die lyrische Sprache auf und damit das Bemühen der beiden Autoren, eine Geschichte rüberzubringen. Und die wird recht interessant, wenn man sich durch die Implementierungsmängel beißt, in denen der Spieler die Intention der Autoren in fast jeder Szene erraten muss und Dingen in Beschreibungen nur in Form von Standardmeldungen nachgehen kann oder vielmehr nicht nachgehen darf. Tatsächlich wird die Geschichte aus der subjektiven Perspektive eines Menschen während der Alienwerdung erzählt, denn Larry Wyndham ist in Wirklichkeit als Astronaut mit seiner Besatzung nach Eintreten in die Erdatrmosphäre ins Meer gestürzt. In der Raumkapsel muss sich ein Alien versteckt haben, das Larry im Meer treibend infizierte und zu einer Art Alien-Zombie machte. Die beerdigte schwarze Katze entpuppt sich am Ende als seine schwarzhaarige Co-Pilotin, die er mit einem Speiseröhrenbiss erledigte, das Fischglas als sein Helm, viele andere Symbole wie die dreibeinige Kommode, der Suff, der Anrufbeantworter oder die Passage in einem Seemannsgarnbuch erhalten nach der Auflösung ebenfalls Bedeutung aus dem Unfall- und Verwandlungshergang.

Die Geschichte ist an sich ganz gut erzählt, sieht man von den teilweise ins Ärgerliche kippenden implementierungsbedingten Schwierigkeiten einmal ab. Allerdings kommt die Verwandlung nicht spannungssteigernd nach und nach ans Licht, sondern kippt hystereseartig an einer Stelle, an der Spieler längst die Motivation verloren haben könnten. Die Autoren haben jedenfalls erzählerisches Potenzial und müssten nach meiner Ansicht nur ein paar Betatester finden, die ihre Augen auch für Belange des Spielers öffnen. Auch der erzählerische Bogen könnte noch etwas nachgespannt werden, das wäre bei ordentlicher Implementierung aber mehr ein Detail.

Fazit: Sprachlich profundes, erzählerisch gutes, aber technisch stark verbesserungsbedürftiges Debütwerk, das etwas Ausdauer beim Durchspielversuch mit einer interessanten Geschichte belohnt. Finaler Tipp: Rollmops zum Spiel!

Zuletzt geändert am 04.10.2012 07:50 Uhr.

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