en Beet the Devil (09/2011)

Der Spieler muss als Kirchendiener die verschwundene Spürhündin des Pfarrers finden, die ihre Welpen zurückgelassen hat. Allerhand Gemüse hilft dabei. Trip durch die Unterwelt als Beitrag zur Interactive Fiction Competition 2011, der den 7. von 38 Plätzen erreichte.

Review von proc 09.10.2011

Plattform:Glulx
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» Genres » Surreal
» Schauplätze » Jenseits & Hölle
» Internationale Wettbewerbe & Projekte » Interactive Fiction Competition » 17. IF-Comp 2011

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Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

Noch ein gottesfürchtiges Spiel: Als Gärtner und Kirchendiener hat sich der Spieler auch um den Kirchgarten zu kümmern, der allerhand verwelktes Gemüse beherbergt. Und um die Spürhündin des Pfarrers, die gerade geworfen hat. Beim Füttern merkt er, dass sie verschwunden ist. Eine aberwitzige Suche mit vielen Rätseln beginnt.

Hier beginnen die Spoiler...

Am Anfang hat mir das Spiel gut gefallen. In nur fünf oberirdischen Räumen gibt es viel zu entdecken und Gemüse einzusammeln, darunter auch eine Zauberrübe. Die Sprache ist witzig und suggeriert Gottesfürchtigkeit, so lässt sich hier und da ein Gebet stoßen, das Lösungshinweise enthält.

Ich habe ziemlich lange gebraucht, den Weg in die Unterwelt zu finden: man muss erst alles einsammeln, sonst funktioniert der Einstieg nicht. Dort tut sich dann eine Unterwelt mit 18 Räumen auf, die wie an einer Perlenkette hängen. Beginnend mit dem Fährmann versperren auch Türsteher, wachende Augäpfel, augenlose Kobolde und vor allem Dämonen, Dämonen, Dämonen die weiteren Wege. Sie gilt es zu bestechen oder auf andere Weise auszutricksen, wobei das zuvor eingesammelte Gemüse hilfreich ist. In der Höllenküche lassen sich weitere Zutaten finden.

Und diese teilweise sehr schwierigen Rätsel, auf deren Lösung ich ohne Rückgriff auf den eingebauten Walkthrough meist nie gekommen wäre, haben mir am Ende den Spaß verdorben. Das Spiel dreht sich letztlich darum, mit allen Arten von Rätseln von Tür zu Tür zu kommen und am Ende vor dem Teufel zu stehen, der die Hündin gefangen hält. Die Hälfte des Weges hätte gereicht, irgendwann wurde mir dann langweilig und ich habe die letzte Hälfte nur noch mit dem Walkthrough gespielt, um das Ende zu erfahren. Da waren die zwei Stunden ohnehin schon vorbei.

Das Spiel hat auch einige Implementierungsmängel, einige erwähnte Objekte lassen sich nicht untersuchen, offenkundinge Synonyme fehlen und wenn ich neues Gemüse aufsammle, erhalte ich immer die Meldung, ich hätte es bereits. Diese Art von Fehlern kommt häufiger vor, ein Beispiel noch im Höllenboudouir, in dem mir ein Dämon den Weg zum Bankett im Westen verstellt und auch noch ein Sofa, auf dem es sitzt. Das Dämon kann zwar vertrieben werden, aber mit dem Verschieben der türversperrenden Couch happert es:

>push couch
You reach for the couch, but the demon reaches for you. You pull your hands back real fast, and the demon pouts gorgeously.
>w
There's that massive couch between you and the door. You'll have to move it first before you can open the door.
(first opening the crimson door)
There's that massive couch between you and the door. You'll have to move it first before you can open the door.

Über die Bedeutung des Titels „Rüb’ den Teufel“ mit Anklang zum Köpfen habe ich anfangs gerätselt. Es ist jedenfalls keine Parodie des Sieben-Todsünden-Spiels Beat the Devil, möglicherweise war die Autorin von den  Beet the Devil-Muffins aus dunklem Schoko-Rübenteig inspiriert. Em Ende der Geschichte kommt jedenfalls die Auflösung.

Alles in allem in der ersten Hälfte ein unterhaltsames und überwiegend ordentlich implementiertes Spiel mit dem süßen Element der Welpen, die immer die Gegend um den Spieler herum beschnuffeln, was die Autorin kurzweilig und abwechlungsreich umgesetzt hat. Die Rätsel in der Unterwelt erschienen mir aber selten zwingend, auf die meisten kam ich, wenn überhaupt, nur durch sinnfreies Herumprobieren. Das wird – 18-fach geübt – dann langweilig und wirkt mit den vielen Dämonen auch versponnen. Am Ende finde ich die Hündin und – boff! – habe gewonnen. So wirkt die vielversprechend beginnende Geschichte am Ende doch mager.

Zuletzt geändert am 09.10.2011 16:38 Uhr.

Beet the Devil
Cover-Artwork