de Die Hausaufgabe (04/2010)

Textadventure ★★★★★★★☆☆☆   [?]
von Mischa Magyar
Publisher:keine

Der Spieler hat als Student eine Hausaufgabe über Marilyn Monroe übernommen. Um die beste Hausaufgabe aller Zeiten abzuliefern, beschwört er mittels Hexenkult Marilyns Geist aus dem Jenseits herbei und wird in den Entführungsfall einer NASA-Verschwörung verwickelt. Die Hausaufgabe erzielte den dritten Platz beim Grand Prix 2010.

Review von Mikawa 15.07.2010
Review von proc 11.04.2010

Plattform:Z-Code
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Spoiler:
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» Genres » Krimi » detektivisch
» Genres » Surreal » Bizarr
» Regionen » Amerika » Nordamerika » USA
» Spieler-Charaktere » Jugendliche, Schüler & Studenten
» Schauplätze » Campus & Schule
» Deutschsprachige Wettbewerbe und Projekte » Grand Prix » Textfire.de Grand Prix 2010
» Deutschsprachige Wettbewerbe und Projekte » Textlastig

Review von proc 11.04.2010     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

Der einzige Wiener Wettbewerbsbeitrag stürzt mit einer wilden Geschichte ins Haus: Der studentische Spieler Svenja Andersson hat als Hausaufgabe im Fach Geschichte einen Beitrag über Marilyn Monroe übernommen. Es soll die beste Hausaufgabe werden, die jemals abgegeben wurde, und so medialisiert er in einem recht witzigen Rätsel Marilyns Geist mittels Hexenkult aus dem Jenseits herbei. Nach offensichtlich schief gelaufenen okkulten Handlungen erscheint statt dessen das Mädel Mary-Lynn, die sich als gefangene Enkelin eines Verschwörungstheoretikers von Area 51 respektive der NASA-Mondmissionen outet. Seinen Aufzeichnungen stellt die NASA nach, die auch für diese Entführung verantwortlich gemacht wird. Der Spieler erhält von diesem Geist nicht nur ein Handlungsmoment in Form junger weiblicher Anmut in der abgewirtschafteten Studentenbude, sondern das Befreiungsszenario schlechthin.

Fortan gilt die Jagd dem Manuskript, und der Spieler durchläuft mehrere Orte und Rätsel. So wird er Mitglied einer Studentenverbindung, missbraucht ein Kopiergerät für die illegale Vervielfältigung des Teilnahmescheins einer passiven Lotterie zum Zwecke der Erschleichung eines Gewinnes und findet sich schließlich im Anwesen des Großvaters Collins wieder, dem er mit einigen Kniffen das Manuskript abjagen kann. Spätestens am Flughafen am Gate 42 nach Houston kam ich nicht mehr weiter.

Die Intro erinnert ein wenig an die Studentin »Violet« (2008) von Jeremy Freese, der noch 1.000 Worte für ihre Studie fehlen und auf der Recherche danach auf wundervolle Weise davon abgehalten wird. Dieser Geschichte liegt im Unterschied zu Magyars Hausaufgabe ein überzeugendes Konzept zu Grunde, das die Geschichte vorantreibt, Spannung aufbaut und das A und O eines Interactive Fiction-Projektes sein sollte. Der Einstieg ins Studentenmilieu wirkt wohlwollend betrachtet zunächst überzeugend, wenn auch einige wilde Szenerien wie der unsichtbare Hamster für Verwirrung sorgen. Auch die Rätsel um die okkulte Beschwörung wirken originell, dann erfährt die Geschichte aber einen Bruch und mutiert in eine Spionagestory um die Beschaffung eines Manuskripts zur Verdeckung nicht weiter ausgeführter NASA-Verschwörungen. Beide Geschichten für sich hätten genügend Potenzial, aber zusammengewürfelt machen Sie zu viel Spannung zunichte. Mutmaßliche Implementierungsfehler am Schluss der Geschichte drücken auf den Spielspaß.

Mit dem Einsteigerbonus hat Magyar eine Geschichte mit vielversprechenden Dialogelementen, Erinnerungsmöglichkeiten und die freie Ortswahl ohne Himmelsrichtungen abgeliefert, deren Absurdität Geschmacksache ist und deren Rätsel zumindest für Einstiger selten aus sich heraus lösbar sind. In 90 Minuten war das Spiel für mich nicht durchspielbar. Handwerkliche Fehler entnerven den Spieler, so lassen sich erscheinende Geister nicht untersuchen geschweige denn beschwören und das Salz fließt beliebig häufig aus einer nicht enden wollenden Packung. Das Spiel ist gewiss kein Anwärter auf die vordersten Plätze, von Magyar dürfte aber noch einiges zu erwarten sein.

Gesamtwertung: 3,8

Zuletzt geändert am 26.04.2010 13:42 Uhr.

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