en How Suzy Got Her Powers (06/2011)

Textadventure ★★★★☆☆☆☆☆☆   [?]
von David Whyld
Publisher:keine

Ein Haus steht in Flammen, kann die 23-jährige Spielerin Suzy Loman eine Frau retten? Intro zu einer größeren, noch unveröffentlichten Superheldinnen-Geschichte »Scarlet« und Beitrag zur Interactive Fiction Competition 2011, der den 29. von 38 Plätzen erreichte.

Review von proc 04.10.2011

Plattformen:Adrift 4, Online
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» Spieler-Charaktere » Jugendliche, Schüler & Studenten
» Spieler-Charaktere » Weibliche Hauptdarstellerin
» Schauplätze » Wohnhaus
» Internationale Wettbewerbe & Projekte » Interactive Fiction Competition » 17. IF-Comp 2011

Review von proc 04.10.2011     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

Tagsüber Kellnerin in The Pig’s Trough, Nachts Superheldin: Das Spiel um die 23-jährige Suzy Loman beginnt verheißungsvoll. »„La-dddyyyyyyyy!“ – Du blinzelst. Jesses, war das laut!« Ein Einstieg nach meinem Geschmack. So beginnt diese Intro zu einem groß angelegten, aber noch unveröffentlichten Superheldinnen-Spiel mit einem halben Duzend Oberbösewichten, aus dessen Intro dieser IF-Comp-Beitrag wurde.

hier beginnen die Spoiler...

Es ist ein kleines Spiel aus nur fünf Räumen, die Game-Info spricht aber auch von beachtlichen 84 Objekten und 11 Events. Es beginnt mit einem Kiddie von dem betont wird, es sei weder als Junge noch als Mädchen erkennbar. Es ist außer sich, ich stehe auf einem hässlichen Parkplatz und nebenan brennt ein mehrstöckiges Haus. Das Kind heult, zeigt nach oben und brüllt, ich möge seine Mutter im zweiten Stock retten. Es gibt letztlich keine andere Möglichkeit als dies zu tun. Mit Untersuchungen oder Smalltalk auf dem Parkplatz verrinnt zu viel Zeit, nach einigen unnützen Zügen wäre das Spiel verloren.

Na gut, ich stehe also im Erdgeschoss und der Rauch ist ziemlich dicht. Ich kämpfe mich nach oben bis die Flammen den Weg versperren und muss einen Weg hindurch finden. Der findet sich nach einigem Umherschauen auch, dann stehe ich vor dieser seltsamen, unter einem Holzbalken eingeklemmten Frau. Blau leuchtet ihre Haut, silbern gekleidet, sie hustet grünes Blut und ihr elektrischer Dreizack liegt herum. Erinnerungen an einen Meerjungfrauen-Film kommen auf: „Dein Vater fragte sich damals, wie die Meerjungfrauen es schaffen, ihre Boobies immer hinter ihrem Haar zu verstecken.” Whyld schreibt erfrischend kurzweilig und hat die Gabe, Spannung sowohl über die Erzählung als auch durch die interaktive Handlung zu erzeugen.

Das hat einen „Nachteil“: Ich will mehr davon. Doch kaum ist die extraterrestrische Nixe befreit, endet das Spiel im Sieg und in der wortreichen Übertragung jener Superheldinnenkräfte, von denen dann das große Spiel „Scarlet“ hoffentlich leben wird. Die Geschichte ist für einen IF-Comp-Beitrag etwas kurz geraten, vereinzelt wirken die Textausgaben zu lang und verführen zum Überfliegen. Das Finale besteht aus einer geschätzen Paperpack-Druckseite, zwischendrin erscheinen auch immer wieder größere inhaltliche Blöcke, die meiner Meinung nach ohne Weiteres durch zwischengeschaltete Aktionen in kleinere Häppchen zerlegt werden können.

Das Spiel wirkt sauber poliert, Schwierigkeiten mit einigen Aktivitäten führe ich auf meine verblassten Englischkenntnisse zurück. Die Rätsel sind einfach zu lösen, meist geht es darum, einen offensichtlichen Gegenstand zu suchen und hat kaum Probleme, ihn zu finden.

Das Spiel ist nach einer knapp dreijähriger Pause wieder die erste Veröffentlichung David Whylds, womit er seit Herbst 2001 auf insgesamt 59 Spiele kommt und damit zu den produktivsten IF-Autoren überhaupt gehört. Dieses Spiel hat trotz seiner Kürze und seines Einsteigerformats vor allem wegen seiner Sprache Spaß gemacht und zur Wiederholung angeregt. Auch um mal die volle Punktzahl zu erreichen – Geht das überhaupt? Ich habe Zweifel...

Hinweis: Es handelt sich um ein ADRIFT 4-Spiel, es ist möglich, dass die Texte oder Fonts unter ADRIFT 5 nicht korrekt dargestellt werden - was bei mir der Fall war.

Edit 08.10.2011: Das Spiel ist detailreicher als ohnehin schon befürchtet. Tatsächlich hat jedes Objekt einen Sinn, auch das Inventar ist hilfreich. Jedenfalls lässt sich tatsächlich die volle Punktzahl erreichen. Kurz vor der Verzweiflung um die letzen Punkte einfach „walkthrough“ eingeben...

Zuletzt geändert am 08.10.2011 15:43 Uhr.

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