en Six (09/2011)

Die Spielerin ist die kleine Harriet und vergnügt sich auf der Geburtstagsparty mit sechs Freundinnen und Freunden bei einem australischen Versteckspiel: Wer gesichtet wird, kann fortrennen muss erst noch gefangen werden. Zweiter von 38 Plätzen auf der IF-Comp 2011, außerdem wurde das Spiel mit dem XYZZY Award 2011 Best Implementation ausgezeichnet.

Review von proc 24.10.2011

Plattform:Glulx
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Review von proc 24.10.2011     ausblenden

Dieser Beitrag enthält Spoiler, die den Spielspaß verderben. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte nicht weiterlesen.

In diesem Spiel geht es – ähnlich wie in Emily Boegheims Beitrag It – um ein Versteckspiel: Die Spielerin muss sechs Freundinnen und Freunde finden, die sich in einem Park versteckt haben. In dieser australischen Abwandlung müssen sie aber noch auf die Schulter geschlagen werden, sie einfach nur zu finden genügt nicht.

Hier beginnen die Spoiler...

Nach dem Horroralbtraum-Beitrag Leadlight auf der vergangenen IF-Comp war Wade Clarke offenbar von Matt Wigdahls Aotearoa beeindruckt und legt mit diesem Spiel eine Geschichte vor, die sich an vielleicht 10- bis 12-jährige wendet. Sie ist sehr gut implementiert, enthält Hinweise zur Bedienung und fängt Falscheingaben mit eigenen Meldungen ab. Der verwendbare Aktionswortschatz ist eingeschränkt, wird aber durch eigene Verben erweitert. So kann ich mich mit einem anderen Kind duellieren und beispielsweise mit ZAP zuschlagen oder mit DODGE ausweichen. Wo solche kleinen Einlagen vorkommen, werden die Regeln farblich vom Text abgehoben dargestellt.

Es macht anfangs schon Spaß, die Kiddies aufzufinden und verschiedene Probleme beim Abschlagen lösen zu müssen. Neben dem erwähnten Duell rennt mir zum Beispiel immer ein Junge davon, weil er schneller ist als ich. Nur mit einem Kniff schaffe ich es, ihn vom wegrennen abzuhalten und kriege ihn dann endlich. Sehr süß gelöst ist ein Versteck, das ich durch Hinhören erkunden muss – nicht gerade eine Spezialität der meisten Kinder:

>listen
You listen carefully...
Oh, there's a black bird up in one of the trees who just started chirping like crazy! How can you hear anything with that going on? You will have to wait until the birdy decides to be quiet - Ah, there, it stopped. Now you can listen some more.
>listen
You listen carefully...
Now what?... there's an aeroplane flying through the sky. It's making a lot of noise. You'll need to wait for the aeroplane to fly away before you can have a good listen.
>listen
You listen carefully...
There, you heard the giggle again! You walk over towards where it came from. Yes, this tree here, this is the one you will search behind.

Das letzte Kind hat sich allerdings gut versteckt, ich bin daran fast verzweifelt. Und darin liegt für mich auch der einzige Kritikpunkt dieser Geschichte: Es wird einfach keine erzählt und nach ein paar Versteckspiellösungen fehlt dann die Spannung, das Spiel zu Ende zu bringen. Zu Ende gebracht, ist es dann auch nur gewonnen. Die Spielmotivation wird letztlich von den Versteck-Spielregeln und dem Reichtum an Charakteren getragen, die sich auch alle befragen lassen.

Ein interessantes, vorbildlich implementiertes Spiel mit Soundeffekten, das eine Stunde lang unterhält und sich wohl nicht an Erwachsene richtet. Aber welcher Erwachsene hat nicht schon mal in Nickelodeon reingespechtet...

Zuletzt geändert am 24.10.2011 23:29 Uhr.

Six
Cover-Artwork